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Besuch von Shay Cullen, Philippinen, am 20. September 2011 in St.Pölten

Pater Shay Cullen berichtet bei seinem Vortrag im voll besetzten Pfarrsaal der Pfarre Maria Lourdes in St. Pölten von seiner Arbeit

P. Shay Cullen kam 1969 als irischer Missionar nach Olongapo City auf den Philippinen. Im Umfeld des benachbarten US-amerikanischen Militärstützpunktes Subic Bay war er konfrontiert mit den Auswüchsen der „Sexindustrie“, die einherging mit (Kinder-)Prostitution, HIV und Drogenmissbrauch. P. Shay Cullen begann gegen die Missstände zu kämpfen und gründete 1974 die PREDA-Stiftung, die „Menschen hilft zu genesen, selbständig zu werden und sich zu entwickeln“ – so die Übersetzung der englischsprachigen Stiftungsbezeichnung.

PREDA gründete ein Therapiezentrum für aus den Bordellen befreite Mädchen und Frauen, wo eine eigene Therapieform entwickelt wurde, die das Erlebte zu verarbeiten hilft. Für die Frauen wurden auch Beschäftigungsmöglichkeiten geschaffen. Die Frauen erzeugten Körbe und andere Handwerksprodukte, die zunächst auf den lokalen Märkten verkauft wurden. Als Retourkutsche für die gesellschaftspolitische Arbeit wurde dieser Absatzkanal von den Mächtigen Mitte der achtziger Jahre aber verhindert. PREDA hatte inzwischen einen großen Menschenhändlerring aufgedeckt und in einer breit angelegten Kampagne die Schließung der US-Militärstützpunkte durchgesetzt. In diese Zeit fielen auch die ersten Kontakte mit Fair-Handels-Organisationen in Europa, wie z. B. dwp in Ravensburg. Dadurch wurden die Weltläden in Deutschland und Österreich als Absatzkanäle erschlossen und so das wirtschaftliche Überleben von PREDA gesichert. Viele Frauen und Mädchen landeten nicht zuletzt wegen der in ihren ländlichen Herkunftsgebieten herrschenden Armut in der Prostitution. So ging PREDA daran, die Lage der Bauern und Bäuerinnen zu verbessern indem neue Absatzmöglichkeiten für die „nicht perfekten“ Mangofrüchte geschaffen wurden. Viele Früchte konnten bisher bestenfalls als Schweinefutter verwendet werden, da sie für den Frischfrüchtemarkt zu klein waren. Mit einem philippinischen Partner wurden diese Mangos nun zu Trockenfrüchten verarbeitet. Neben den klassischen getrockneten Mangos bieten dwp und die Weltläden ihren KundInnen heute Mangosaft, Mangomarmelade und Vieles mehr an. Durch deren Kauf schaffen KundInnen die Basis zur Verbesserung der Einkommens – und Lebenssituation vieler Familien auf den Philippinen. Mit den Einkünften aus dem Fairen Handel kann PREDA seine Arbeit im Bereich des Kinderschutzes und der Menschenrechte weiter ausbauen. In den letzten Jahren setzte sich PREDA erfolgreich für die Befreiung und Rehabilitierung von Tausenden philippinischen Gefängniskindern ein. Ein weiterer aktueller Schwerpunkt ist die Bekämpfung des illegalen Menschenhandels.

Shay Cullen im Weltladen St. Pölten: vlnr: Karl Vogd (Übersetzung), Monika Priplata (Weltladen St. Pölten), Martin Lang (dwp), P. Shay Cullen, Josef Wenda (Weltladen St. Pölten), Siegfried Wagner (Weltladen St. Pölten) vlnr: Martina Rizzo (ARGE Weltläden Österreich), Josef Wenda (Weltladen St. Pölten), P. Shay Cullen

Die BesucherInnen gingen mit dem Wissen nach Hause, dass sie über den regelmäßigen Kauf fair gehandelter Mango-Produkte im WELTLADEN die Arbeit von P. Shay Cullen und PREDA unterstützen und auf diesem Weg für die Einhaltung der Menschenrechte eintreten können.